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Begrifflichkeit Angst ist primär kein krankhafter Zustand, sondern ein gesundes Gefühl, eine normale und sogar notwendige Reaktion auf eine drohende oder real existierende Gefahr. Es ist letztlich eine biologisch begründete, in jedem Menschen vorhandene gesunde körperliche, seelische oder/und intellektuelle Reaktion. Erst ein Zuviel oder ein Zuwenig an Angst stellt eine Auffälligkeit, eine Störung dar. Das Thema Angst betrifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.
Fachleute unterscheiden zwischen Furcht, Angst und Phobie. Furcht ist eine reale, der Situation angemessene Angst, z.B. die Furcht vor großer Tiefe. Sie verhindert, dass wir uns in Gefahr begeben. Angst hingegen ist wenig oder gar nicht an der Realität orientiert und hat eher unangemessen heftige Verhaltensweisen zur Folge, z.B. die Angst vor Erkrankungen, die dazu führen kann, dass sich eine Person ständig die Hände wäscht, das Handgeben bei der Begrüßung oder größeren Menschenansammlungen meidet. Zwischen Furcht und Angst gibt es gleitende Übergänge, sie sind deshalb oftmals für den Laien nur schwer zu unterscheiden. Die Phobie ist eine objektiv nicht begründete Angst vor bestimmten Situationen und Objekten. Die häufigste Phobie ist dabei die sogenannte Tierphobie, besonders vor Hunden, Spinnen und Schlangen. Menschen, die darunter leiden, werden von schlimmen Angstgefühlen erfasst, bis hin zum völligen Überflutet sein mit Angst. Dabei kann es bis zum Selbstkontrollverlust kommen, zur schweren Panik. Im Volksmund werden diese feinen Unterscheidungen nicht gemacht, man spricht allgemein von ‚Hundeangst‘ oder ‚Hundephobie‘, weshalb ich auch diese Begriffe hier verwende.
Ursachen und Ausprägung Hundeangst hat sehr verschiedene Ursachen. Es kann ein einmaliges oder mehrfach wiederholtes raumatisches Ereignis zu Grunde liegen, es kann die Folge einer Grundhaltung aus dem Elternhaus oder auch ein nie wirklich positiv erlerntes Verhalten sein. Es kann aber auch sein, dass jemand eine Hundeangst zeigt, sich dahinter aber eine ganz andere seelische Störung verbirgt, z.B. die Angst vor allem ‚Unberechenbaren‘, vor allem sehr Lebendigem, die Angst vor Spontanität, u.ä.. Diese Art der Angst wird als ‚neurotische Angst‘ bezeichnet. Neben den unterschiedlichsten Ursachen sind auch die ängstlichen Reaktionen im Schweregrad verschieden. Manche nehmen in der Gesellschaft eines Hundes nur leichtes Unbehagen wahr, andere wechseln die Straßenseite, wenn ihnen in der Ferne ein Dackel entgegen kommt. Und wieder andere geraten in totale Panik und Hilflosigkeit alleine bei dem Gedanken, dass ihnen ein Hund z.B. auf dem Weg zur Arbeit begegnen könnte. Weitere Symptome, die auftreten können sind: Körperreaktionen wie Schwitzen, nasse Hände, Zittern, Herzklopfen oder Herzrasen, unruhiges oder aggressives Verhalten, Zwänge, Rückzug aus dem Alltag/Alltagssituationen, Lern-, Leistungs- und Konzentrationsstörungen (bes. bei Kindern!), Depressionen. Alle diese Reaktionen verursachen bei den Betroffenen Leidensdruck, haben deshalb Krankheitswert und sind behandlungsbedürftig.
Für mich ist das alles zu sehr wissentschaftlich und ein Spielplatz für “Fachleute” wie Ärzte, Psychiater und Psychologen.
Niemand muss auf die Dauer mit der Angst vor Hunden leben. Es gibt Menschen, die ignorieren, die verdrängen ihre Angst. Damit stellen sie sich dem zugrundeliegenden Problem nicht, was in der Regel dazu führt, daß sich an anderer Stelle Symptome entwickeln, die dann nur noch schwer einzuordnen und zu verstehen sind, z.B. eine massive Schlafstörung. Oder die Angst verlagert sich auf Dritte, ein Phänomen, das man besonders häufig bei Müttern mit Kindern beobachten kann. Ein typisches Beispiel: Die Mutter hat Angst vor Hunden. Sie läuft mit ihrem zweijährigen, unbefangenen und offenen Kind durch den Park und begegnet einem Hund. Aus ihrer Angst heraus nimmt sie das Kind auf den Arm um scheinbar zu verhindern, dass dem Kind nichts Schlimmes widerfährt. In Wirklichkeit vermeidet sie ihre eigene Angst zu spüren, schützt sich mit dem Kind vor dem Hund und vermittelt ohne es zu wollen fast wortlos dem Kind, dass Hunde gefährlich sind. Würde man die Mutter in diesem Moment darauf ansprechen, könnte sie ihre eigene Angst nicht wahrnehmen, würde die Sicherheit des Kindes rational in den Vordergrund stellen.
Ich versuche auch hier den praktischen, “nichtwissenschaftlichen” Weg zu gehen.
1. Ursache ergründen
2: Istzustand erkennen
3. Mißstand beseitigen.
Wie so etwas funktioniert möchte ich mit ein paar Bildern und Worten erklären; Jan der 10jährige Neffe eines Freundes wurde als Kleinkind von einem Nachbarhund gezwickt. Seitdem hatte er eine unvorstellbare Angst vor Hunden. Er mied es, auch nur in die Nähe von Hunden zu gehen oder diese gar anzufassen. Nach einem kurzen Gespräch mit ihm, brachte ich ihn mit Cora der Schäferhündin meiner Lebensgefährtin zusammen und baute ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden auf. Den Erfolg sieht man auf den Bildern.
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