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Scheinschwangerschaft bei Hündinnen

Bei manchen Hündinnen geht diese Erscheinung auf eine Störung des
Hormonstoffwechsels zurück.

Die Ursachen sind vielfältig und oft in der Psyche der Hündin zu finden.
...glücklicherweise haben nicht alle ein Problem damit!

Vier bis sechs Wochen nach der Läufigkeit entwickelt sich die Scheinschwangerschaft.
Das Erscheinungsbild der Läufigkeit verschwindet und Anzeichen der Trächtigkeit erscheinen.
Unter dem Bauch entwickeln sich die Milchleisten und die Zitzen schwellen an. Es wird sogar
Milch erzeugt.
 

Milchdrüse

Ist Ihre Hündin scheinträchtig, müssen Sie Ihr
viel Geduld und Verständnis entgegenbringen.

Spielsachen, die zum Welpenersatz geworden sind,
sollen weggeräumt werden.
Lenken Sie sie mit ausgedehnten Spaziergängen ab.
Auch Hündinnen sind keine Engel und können
mit erheblicher Energie andern "an den Karren fahren".
Vor allem während der Läufigkeit und noch ein
paar Wochen danach bitte anleinen.

Meist ist nach einigen Tagen die Scheinträchtigkeit beendet.
Als erste Maßnahme sollte man das Gesäuge mit Kompressen aus essigsaurer Tonerde
oder Eiswasser kühlen.
Eine Behandlung erfolgt über Hormonspritzen, die die Läufigkeit unterdrücken. Allerdings bietet
das keine absolute Garantie, dass die Scheinschwangerschaft nicht trotzdem eintritt. Außerdem
werden möglicherweise durch die Hormongabe das Wachstum von Tumoren in der Brustdrüse
begünstigt.
Eine Kastration wäre die bessere Wahl. Dabei werden die Eierstöcke und gleichzeitig die
Gebärmutter entfernt. Durch diesen Eingriff wird die Produktion von Geschlechtshormonen
verhindert und damit das Sexualverhalten komplett unterbunden.
Nach einer Kastration kommt es bei einigen Hündinnen zu Fellveränderungen. Man kann das
durch Vitamingaben kontrollieren. Selten neigen Hündinnen zur Blasenschwäche. Durch Hilfe
von Medikamente lässt sich der Blasenschließmuskel kontrollieren. Auch das Problem mit dem
Dickerwerden ist kein Problem, wenn man konsequent ist. Viel Bewegung und eine richtige Diät
wirken sehr gut. Eine Kastration ist zusätzlich eine Gesundheitsprophylaxe. Die Krankheiten von
Hündinnen im hohen Alter sind zu 85 % direkt oder indirekt durch die Fortpflanzungsorganebedingt.
Jede Scheinschwangerschaft reizt das Brustgewebe, was wiederum das Tumorwachstumbegünstigt.
Sofern eine Ovariohysterektomie durchgeführt wurde, kann später auch keine
Gebärmuttervereiterung mehr auftreten.
Eine Sterilisation wobei nur die Eierstöcke durchtrennt werden ist unangebracht. Die Hündin wird
lediglich unfruchtbar, die Läufigkeit und die damit verbundene Scheinschwangerschaft bleibt.
Da die Sexualhormone den Charakter der Hündin entscheidend prägen, sollte man mit einer
Kastration warten, bis die Hündin ausgewachsen ist. Über den besten Zeitpunkt sollte man sich
mit dem Tierarzt unterhalten.

Sie können das Verhaltensmuster Ihres Hundes beeinflussen:
1. Der Hündin sofort jeglichen Welpenersatz wegnehmen
2. Sie nicht bemitleiden und verhätscheln, da sonst das Muttergefühl stärker wird.
3. Sie viel ablenken (z.B. häufiger als sonst spazieren gehen)
4. Die Hündin nicht das Gesäuge lecken lassen oder gar selbst massieren, da dadurch die
   Milchproduktion angeregt wird.

Die Scheinträchtigkeit darf nicht unterschätzt werden! Also unbedingt einen Tierarzt
aufsuchen.
Die psychische Komponente muss der Mensch übernehmen: D.h. man muss der
Hündin quasi "ausreden" Mutter zu sein und Junge zu haben und ihr wie schon
erwähnt sehr viel Ablenkung bieten.
Leidet die Hündin körperlich stark unter der Scheinträchtigkeit bzw. treten
Komplikationen regelmäßig nach der Läufigkeit auf, ist unter Absprache mit dem
Tierarzt eine Kastration des Tieres eventuell geraten.

Besprechen Sie die beste Therapiemöglichkeit baldmöglichst mit Ihrem Tierarzt.